BIPoC Climate Justice Conference 2020

Climate Justice & Sexism
2020-11-14, 16:00–18:00, Room 1
Language: German

description


Durch den Klimawandel wird auf drastische Weise deutlich, wie wir Menschen mit unserer Umwelt und mit der Natur verbunden und auf sie angewiesen sind. Spätestens seit der Covid-19 Pandemie wird auch in den privilegierten Zonen des Globalen Nordens mehr verstanden, wie wir existenziell miteinander verbunden sind, als Mit-Wesen im Sinne eines gemeinsamen in der Welt Sein, in den verschiedenen vergeschlechtlichten Rollen und intersektionalen Dimensionen, die mit unterschiedlichen Verletzbarkeiten und Handlungsmöglichkeiten einhergehen: physisch und psychisch, sozial und affektiv, ökonomisch, politisch und geographisch, edukativ und epistemisch.
Unter Menschen, die gemeinsam gegen eine Art der Ungerechtigkeit kämpfen, muss Rassismus genauso diskutiert werden, wie Queerfeindlichkeit, Transfeindlichkeit, Sexismus, Klassismus, Whiteaboutism, Fatphobia, Gender und weitere Unterdrückungsformen.
Können Räume, in denen Klimagerechtigkeit fokussiert wird, geschlechtsneutral sein? Die Antwort ist, “Nein!”
Klima ist nicht geschlechtsneutral.
Klima lässt sich nicht ohne den Geschlechteraspekt diskutieren. Die Unterschiede im Konsum ergeben sich bereits durch unser patriarchal-strukturiertes Gesellschaftssystem. Schnelle Autos und die neuesten technischen Geräte werden gesellschaftlich als „männliche“ Konsumgüter konstruiert. Demnach investieren Frauen dafür in Mode und Make-up, um einem bestimmten Ideal von Schönheit zu entsprechen. Nach heteronormativer Pressform seien Männer risikofreudiger. Frauen seien von (patriarchaler) "Natur" aus genügsamer, umweltbewusster, öfter bereit ihre Ernährung umzustellen, weil sie genau mit dieser Einstellung erzogen werden: wenig zu fordern. Gleichzeitig sind Frauen stärker von den Folgen der Klimakrise betroffen.
In dem Vortrag werden die Themenfelder Gender und Klima verbunden, die wir theoriegeleitet und/oder praxisorientiert, historisch bewusst und zugleich zukunftsorientiert diskutieren werden. * Erfolge und Herausforderungen queer-feministischer, antirassistischer und intersektionaler Bündnisse in ihren lokalen, regionalen und globalen Verbundenheiten * queere, nicht-heteronormative, inter und trans Kollektive und Solidaritäten * feministischer Internationalismus und transnationale geschlechterpolitische Allianzen im Kontext antikolonialer Kämpfe, postkolonialer Auseinandersetzungen und dekolonialer Bewegungen * Solidaritäten und Bündnisse und ihre Wirkungen in gegenwärtigen sozialen Bewegungen werden dabei als mögliche Lösungswege besprochen.