Kritik des Extremismusbegriffs / Critique of the term Extremism
2019-08-05, 10:00–12:30, Tent 3

Der Vortrag beschäftigt sich mit der Extremismustheorie. Er führt in historische Entwicklungen der Theorie und Wandlungen des Extremiusbegriffs ein, der zu den wichtigsten politischen Grenzmarkierungen im deutschsprachigen Raum gehört. Der Erfolg des Begriffs liegt in seinem paradoxen Verhältnis zur politischen In- und Exklusion begründet liegt. Während er vielfältig und relativ variabel der politischen Ausgrenzung dient, verspricht er eine vermeintlich feste Grenze zwischen dem was demokratisch ist (Mitte) und dem was demokratiefeindlich ist (Extremismen). Dies bringt unweigerlich problematische Folgen für die Formen und Bewertungen demokratischer Teilhabe mit sich etwa im Bereich des Umgangs mit zivilem Ungehorsam oder im Umgang mit rechten Protesten. Der Vortrag folgt den historischen Wandlungen des Begriffs um einerseits seine Wandlungsfähigkeit aufzuzeigen. Andererseits wird seine Rolle in neoliberalen Regierungsweisen aufgezeigt.


The term extremism serves - in different and flexible terms – the purpose of exclusion. The apparent fixed line between “democratic” (center) and “antidemocratic” (extremism). But this leads inevitably to problems when assessing democratic participation, such as when dealing with civil disobedience and right wing protest. The presentation follows historical changes of the term extremism to show its conceptual flexibility from the 1960s until nowadays but as well its role within neoliberal governmentality.