Care-Arbeit als Ressource imperialer Lebensweise / Care work as a resource for an imperial lifestyle
2019-08-07, 20:00–22:00, Main tent

Imperiale Lebensweise bezieht sich neben der Ausbeutung von Arbeitskraft und Natur auch auf die Bereiche der sozialen Reproduktion im unbezahlten und zumeist unsichtbaren Care-Sektor. Der Fokus des Podiums soll auf eben dieser, in geschlechtsspezifischen Arbeitsteilung geforderter Verantwortung der cis-Frauen* liegen. Am Beispiel von transnationalen Märkten für Betreuungsdienstleistung und Care-Migrant_innen sollen die Auswirkungen der imperialen Lebensweisen diskutiert werden. * „Cis“ bezeichnet Personen, die sich mit dem Geschlecht identifizieren, das ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde.

Referent_innen:

Die Entwicklungssoziologin und Geschlechterforscherin Christa Wichterich zeigt die Schnittstellen zwischen imperialer Lebensweise & Care-Arbeit auf, woraus sich eine feministische Globalisierungskritik herauskristalisiert, welche sich auf "Frauenarbeit" und der Sicherung von Überlebensgrundlagen (Livelihood) stützt.

Der Politikwissenschaftler Ulrich Brand greift in seiner Theorie die soziale & ökologische Frage gemeinsam auf und zeigt, wie eine imperiale Produktionsweise und Ressourcenextraktion aufgrund der sozialen Reproduktion aufrechterhalten werden kann.

Jacqueline Flora Mokouam Simo zeigt die direkten Auswirkungen auf unsichtbare Care-Arbeit auf. Ihre Arbeit stellt nicht nur eine Analyse der Verhältnisse dar, sondern konkretisiert sich auch in der Frage wie Haushaltsarbeit anders organisiert werden kann, sodass Versorgungslücken gefüllt werden.

Juliane Karakayali arbeitet zu transnationaler Migration und Care-Arbeit in Haushalten Pflegebedürftiger. Sie fokussiert dabei die zunehmende Beschäftigungsoption für transnationale Migrant_innen und geht der Frage nach, welche Handlungsstrategien die Migrant_innen im Umgang mit ihrer (meist) prekären Arbeitssituation entwickeln. (angefragt)

Moderation: Alexandra Gerber sieht eine Notwendigkeit darin, Care-Arbeit zu transformieren. Ihre Situation als Alleinerziehende prägt dabei ihre politische Arbeit.
Lilli Hauphoff versucht das Thema Klima mit anderen politischen Feldern zusammen zu denken, durch das Podium erhofft sie sich eine Stärkung der feministischen Kämpfe innerhalb der Klimagerechtigkeitsbewegung.

Das Podium wird simultan gedolmetscht in Deutsch, Englisch und eventuell Spanisch.


In addition to the exploitation of labour and nature, imperial lifestyles also refer to the areas of social reproduction in the unpaid and mostly invisible care sector. The focus of the podium will be on this very responsibility of cis-women demanded in a gender-specific division of labour. Using the example of transnational markets for care services and care migrants, the effects of imperial lifestyles will be discussed.

Speakers:

The development sociologist and gender researcher Christa Wichterich points out the interfaces between imperial lifestyle & care work, from which a feminist critique of globalization emerges, which is based on "women's work" and the securing of livelihoods.

The political scientist Ulrich Brand takes up the social & ecological question in his theory and shows how an imperial mode of production and resource extraction can be maintained on the basis of social reproduction.

Juliane Karakayali works on transnational migration and care work in households of people in need of care. She focuses on the increasing employment options for transnational migrants and examines the question of which strategies migrants develop to deal with their (mostly) precarious work situations. (requested)

Jacqueline Flora Mokouam Simo shows the direct impact on invisible care work. Her work not only presents an analysis of the situation, but also concretizes itself in the question of how household work can be organized differently in order to fill supply gaps.

Facilitation: Alexandra Gerber sees a necessity in transforming care work. Her situation as a single parent shapes her political work.
Lilli Hauphoff tries to think climate justice together with other political fields and hopes that the panel will strengthen feminist struggles within the climate justice movement.

For this panel discussion there will be a simultaneous interpretation into German, English and maybe Spanish.