Energiewende dekolonisieren! Machtkritische und sozialökologische Perspektiven auf grüne Transitionsprozesse in Südafrika und Sambia
2019-08-06, 15:00–17:30, Tent 6

Energiewende kommt an – auch und gerade im globalen Süden. Viele afrikanische Staaten haben grüne Energiepolitiken realisiert, inszenieren sich als Standorte für Solar- und Windenergie und wenden sich von fossilen Wirtschaftsweisen ab. Doch wer gestaltet solche Transformationsprozesse? Inwieweit sind sie durch neokoloniale Muster geprägt und an den Interessen grüner Investoren ausgerichtet? Inwieweit ergeben sich Anknüpfungspunkte für soziale Bewegungen und für eine Aneignung von Transformationsprozessen? Der Workshop stellt Fallstudien aus Südafrika und Sambia vor und diskutiert diese aus machtkritischer und dekolonialer Perspektive. In beiden Ländern finden derzeit grüne Transformationsprozesse statt, die zwar – blickt man nur auf den Energiemix – recht erfolgreich erscheinen, aber auch mit sozial-ökologischen Problematiken einhergehen.
Um solche Prozesse kritisch zu betrachten, bietet das Konzept der „energy justice“ einen geeigneten Rahmen. Energy justice fragt, inwieweit Energiewende auch Kriterien sozialer und ökologischer Gerechtigkeit genügt. Gemeinsam können wir überlegen, worauf es ankommt, damit Energiewendeprozesse gerecht verlaufen, was eine dekoloniale Perspektive hier ans Licht bringt und welche Formen und Praxen transnationale Solidarität annehmen könnte.


Energy transitions are on the move. Many countries in the global South are going green, including many African countries which have adopted renewable energy policies. Several states, for instance Kenya or South Africa are considered attractive destinations for green transnational capital. Yet who orchestrates these transition processes, who benefits and who is sidelined? Which neocolonial patterns can we identify? Can renewable energy transitions be owned, democratized and decolonized? This workshop presents case studies from South Africa and Zambia. Both countries have embarked on transitions of their energy systems, which seem fruitful at first glance, but are accompanied by massive political and socio-ecological distortions. Both cases will be discussed with regard to transnational power games and neocolonial tendencies. We will also debate what needs to be done to ensure socially just transitions, and how we as activists can support social movements and express a sense of transnational solidarity.