Völkische Landnahme / Settlements of the far right
2019-08-09, 10:00–12:30, Tent 5

Sie pflegen Gutshöfe in der niedersächsischen Heide,
kaufen Anwesen in mecklenburgischen Gemeinden, betreiben ein Rittergut
und Landschlösser in der sachsen-anhaltinischen Provinz, bewirtschaften
Bauernhöfe im sächsischen Freistaat oder hüten Kinder in Ostwestfalen.
Seit Jahren siedeln sich extreme Rechte bewusst in ländlichen Regionen
der Bundesrepublik an, um dort mit ansässigen völkischen Großfamilien
»nationale Graswurzelarbeit« zu betreiben. Ihr Streben ist gegen die
liberale Gesellschaft der Großstädte gerichtet, es herrschen veraltete
Geschlechterbilder und autoritäre Erziehungsmuster vor. Die Aussteiger
von rechts betreiben ökologische Landwirtschaft, pflegen altes Handwerk,
bemühen sich um private Schulen, organisieren Landkaufgruppen und eigene
Wirtschaftsnetzwerke. Sie bringen sich in Bürgerinitiativen gegen
Windräder oder bei regionalen Öko-Verbänden ein, unterstützen AfD oder
NPD und kämpfen gegen die »Überfremdung der deutschen Heimat«.
Die beiden ausgewiesenen Rechtsextremismus-Experten Andrea Röpke und
Andreas Speit verfolgen seit Jahren diese kaum beachtete Entwicklung und
geben hier erstmals einen bundesweiten Überblick über den wachsenden
Einfluss völkischer Netzwerke.


For years the far rights deliberate settle in rural areas, setting up white extended families and pursuing „national grasroot activism“. They run organic farms, support national parties such as the AfD or NPD and seek to undermine civil society. Andrea Röpke, an expert on the far right, has for years investigating these hardly noted development and provides during this workshop an overview on the growing influence of such networks.


Prerequisites for participants – keine