Peter Bierl

freier Journalist, Mitglied der Deutschen Journalisten Union (dju) in der Gewerkschaft Verdi


Sessions

08-06
15:00
150min
Ewig rauschen die Wälder / Eternal rustling of the woods.
Peter Bierl

Zurück zur Natur und Bewahrung der Heimat gehören zu den Motiven der Umweltbewegung seit dem Kaiserreich.
Natur wird romantisch idealisiert oder als ewige, unver-änderliche Konstante gezeichnet, deren Gesetzen sich der Mensch zu unterwerfen hat. Dabei geht es nicht um die Schwerkraft, sondern Vorstellungen von Kampf ums Da-sein, Auslese und Ausmerze. Heute fordern manche Tier-rechtler und Tiefenökologen ein Zurück in die Wildnis und wollen dafür die Menschheit um 80 Prozent reduzie-ren.

Heimat ist wieder angesagt. Im Fernsehen, in Musik und Literatur, in der Politik. Grüne wetteifern mit Konserva-tiven um das Image der besseren Heimatpartei. Heimat klingt nach dazu gehören und sich wohlfühlen. Dabei sind es nicht Heuschrecken aus Amerika, die Abgaswerte manipulieren oder Menschen und Tiere für Versuche nut-zen, sondern deutsche Traditionsunternehmen. Heimat ist der Sound zu Hetze und Gewalt gegen alle die anders aussehen, zu Abschottung, Mauern und Stacheldraht. Statt Gesellschaftskritik und Protest ist Mitmachen ange-sagt.

Der Referent Peter Bierl skizziert die Karriere zweier Be-griffe und Ressentiments, die Verbindung mit der Um-weltbewegung sowie historische Kontinuitäten. Er plä-diert für eine soziale und humanistische Ökologie im Verbund mit einer Kritik der politischen Ökologie.

Bierl ist freier Journalist, Mitglied der Gewerkschaft Verdi und lebt in der Nähe von München. Er ist Autor von „Einmaleins der Kapitalismuskritik“ (2018) und „Grüne Braune: Umwelt-, Tier- und Heimatschutz von rechts“ (2014).

Workshops on Antifascism
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